Szenario
No. 2

Flucht aus Zentraleuropa —
Ein Zeitungsbericht aus 2040

Die Grundstückspreise in Ghana haben neue astronomische Höhen erreicht. Nachdem die ehemalige »Goldküste« längst als »Platinküste« bezeichnet wird und inzwischen lückenlos besiedelt ist, werden nun auch die Grundstücke im Landesinneren knapp. Insbesondere die Gebiete rund um den Volta-See, wo die Abholzung der restlichen Regenwaldgebiete weitgehend abgeschlossen ist. Spätestens seit der letzten großen Welle im Juni des Vorjahres - also kurz nach dem zweiten Zwischenfall - gilt Ghana als Geheimtipp, der inzwischen selbst Nigerias Einwanderungsquote überholt hat.

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Die politischen Unruhen in den Großstädten sind unterdessen immer noch nicht unter Kontrolle. Zum einen stößt das geforderte Mitspracherecht der Immigranten auf Widerstand in der Bevölkerung. Als erschwerend gelten hierbei die Verständigungsschwierigkeiten aufgrund der Sprachvielfalt: die ursprünglichen 79 Sprachen sind in den letzten vier Jahren weiter auf nun etwas über 100 angestiegen. Zum anderen ist die Wasserversorgung in einigen Teilen nicht ausreichend gewährleistet. Trotz der problematischen Lage werden europäische Immigranten auch in den innerhalb kürzester Zeit sehr stark neu besiedelten Gebieten langsam akzeptiert.

Eine weitere gute Nachricht: entgegen der düsteren Prognosen vom vorherigen Quartal haben sich laut führender Wissenschaftler die Strahlenwerte in Ghana trotz der zahlreichen Flüchtlinge nur knapp verdoppelt. Die strikte Einfuhrpolitik für Gegenstände aus Problemmaterial scheint die ersten Wirkungen zu zeigen. So wurde die 50mSv / Jahr-Grenze (im Landesdurchschnitt betrachtet) nur sehr knapp überschritten. In Europa ist bis auf weiteres noch nicht mit einer Entwarnung zu rechnen.



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